Die ukrainisch-deutsche Sopranistin Kateryna Kasper zeichnet sich durch stilistische Vielseitigkeit in Oper, Oratorium und Lied aus. Sie tritt regelmäßig in bedeutenden Opernhäusern, Konzerthallen und Festivals weltweit auf und ist für ihre nuancierten Interpretationen und ihre Ausdrucksstärke bekannt.
Aktuelle Auftritte
Zu ihren jüngsten Erfolgen zählen gefeierte Debüts als Mélisande in Debussys Pelléas et Mélisande beim Longborough Festival Opera (UK-Operndebüt), als Elettra in Mozarts Idomeneo mit dem Freiburger Barockorchester, u.a. am Teatro Real in Madrid, dem Liceu in Barcelona und in der Elbphilharmonie. Außerdem trat sie als Piacere in Händels Il trionfo del Tempo e del Disinganno mit dem B’Rock Orchestra unter René Jacobs beim Tongyeong International Music Festival, im Seoul Arts Center und in der Tokyo Opera City auf. An der Staatsoper Berlin war sie als Kaiserin Arianna in Vivaldis Il Giustino sowie als Micaëla in Bizets Carmen an der Oper Frankfurt zu erleben. Weitere Engagements führten sie bei den Salzburger Festspielen als Sopran I in Mozarts c-Moll-Messe. Zudem sang sie Mahlers Auferstehungssinfonie beim Gstaad Menuhin Festival unter der Leitung von Jaap van Zweden.
In dieser Spielzeit sang Kasper mit dem Collegium 1704 unter Václav Luks die Rolle des Isacco in Myslivečeks beeindruckendem Werk Abramo ed Isacco u.a. im Rudolfinum Prag und im Concertgebouw Amsterdam. Ihr kanadisches Debüt gab sie kürzlich mit Händels Aci, Galatea e Polifemo mit dem Arion Baroque Orchestra in Montréal, gefolgt von Auftritten mit dem Kammerorchester Basel in Basel und Wien.
Ihre Auftritte im Oratorienbereich umfassen eine ausgedehnte Tournee mit Bachs Matthäuspassion mit dem Freiburger Barockorchester unter Francesco Corti durch Europa und Südkorea, Bachs Weihnachtsoratorium im Wiener Konzerthaus mit den Wiener Symphonikern sowie in der Isarphilharmonie München unter Patrick Hahn, Haydns Schöpfung in der Tonhalle Zürich und Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz mit dem Rias Kammerchor im Konzerthaus Berlin, die auf einer CD erscheinen wird.

In dieser Spielzeit stehen für die Sängerin zahlreiche bedeutende Opern- und Konzertengagements an. Dabei wird sie unter anderem zwei wichtige Rollendebüts geben: als Cleopatra in Händels Giulio Cesare, mit dem sie an ihr Stammhaus, die Oper Frankfurt, zurückkehrt, und als Donna Anna in Mozarts Don Giovanni an der Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent. Darüber hinaus wird sie erneut als Arianna in Vivaldis Il Giustino mit dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von René Jacobs auf Tournee gehen. Diese führt sie unter anderem nach Valencia, ans Teatro Real Madrid, ins Konzerthaus Freiburg, beim Musikfestival Heidelberger Frühling, sowie nach DeSingel in Antwerpen. Sie wird in der Rolle des Aci (Aci, Galatea e Polifemo) bei den Händel-Festspielen in Halle sowie in Barcelona und Sevilla zu hören sein. Weitere Konzerte bestreitet sie mit dem Deutschen Requiem von Brahms zusammen mit den Bochumer Symphonikern, sowie mit Bachs Johannes-Passion mit dem Orquesta Filarmónica de Gran Canaria unter der Leitung von Karel Mark Chichon.
Oper 
Von 2014 bis 2024 war Kasper Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo sie eine breite Palette von Rollen aus verschiedenen Epochen verkörperte. Dazu gehören Anima in Cavalieris Rappresentazione di anima e di corpo; Giacinta in Cestis L’Orontea; Romilda, Oriana, Angelica und Tigrane in Händels Xerxes, Amadigi, Orlando und Radamisto; Angelica in Vivaldis Orlando furioso; Susanna, Pamina, Zerlina, Venus in Die Hochzeit des Figaro, Die Zauberflöte, Don Giovanni, Ascanio in Alba; Antonida in Glinkas Iwan Sussanin; die Titelrolle in Flotows Martha, Gretel in Humperdincks Hänsel und Gretel; Nannetta in Verdis Falstaff; Sophie im Rosenkavalier von Strauss, Titania in Brittens Ein Sommernachtstraum und die Junge Frau in der Uraufführung von Der Goldene Drache – eine Rolle, die Péter Eötvös für sie schrieb. Auch in Operettenrollen wie Komtesse Anastasia in Kálmáns Die Csárdásfürstin und Valencienne in Lehárs Die lustige Witwe war sie im Ensemble der Oper Frankfurt zu erleben.
Opernengagements führten Kateryna Kasper zu Festivals in Edinburgh, Bregenz, Bergen, St. Margarethen und Longborough sowie an die Los Angeles Opera, die Staatsoper Berlin und das Nationaltheater Mannheim. Große Aufmerksamkeit erregte sie mit ihrer eindrucksvollen Interpretation der Orasia in Telemanns Orpheus auf einer Europa-Tournee mit dem B’Rock Orchestra unter René Jacobs, mit Stationen unter anderem am Liceu Opernhaus in Barcelona und im Concertgebouw Amsterdam.
Konzert und Lied

Kateryna Kasper hat ein weit gefächertes Konzertrepertoire von Bachs Oratorien und Passionen bis Mahlers Symphonien, von Haydn, Mozart bis Brahms, Mendelssohn, Dvorak, Poulenc und Henze.
Sie arbeitete mit zahlreichen führenden Orchestern und Ensembles, darunter AKAMUS, Collegium 1704, Ensemble Modern, Holland Baroque, Konzerthausorchester Berlin, London Philharmonic Orchestra, Orquestra Gulbenkian Lissabon, Orquestra Sinfónica do Porto und Turku Philharmonic Orchestra.
Sie war zu Gast beim der Bachwoche Stuttgart, dem Grafenegg Festival, dem Händel-Festspiel in Halle und Karlsruhe, dem Klangvokal Musikfestival Dortmund, dem Telemann-Festival Magdeburg sowie beim Tongyeong International Music Festival. Konzertauftritte führten sie zu renommierten Spielstätten wie der Alten Oper Frankfurt, der Elbphilharmonie Hamburg, den Philharmonien in Köln, Moskau und Paris, dem Seoul Arts Center, dem Théâtre des Champs-Elysées in Paris und der Tokyo Opera City.
Mit großer Leidenschaft widmet sie sich dem Lied, mit einem Fokus auf der deutschen und ukrainischen Romantik. Mit dem Pianisten Dmitry Ablogin spielte sie ein Album mit Liedern der Geschwister Mendelssohn ein, darunter einige Ersteinspielungen von Fanny Hensel.
Zusammenarbeiten
Kateryna Kasper arbeitete mit Dirigent*innen wie Ivor Bolton, Roland Böer, Hubert Buchberger, Constantinos Carydis, Simone di Felice, Bjarte Eike, Bernhard Forck, Michael Form, Howard Griffiths, Patrick Hahn, James Hendry, Michael Hofstetter, Karsten Januschke, Julia Jones, Hartmut Keil, Eun Sun Kim, Václav Luks, Giuseppe Mentuccia, Fausto Nardi, Geoffrey Paterson, Raphaël Pichon, Christoph Poppen, Hans-Christoph Rademann, Helmuth Rilling, Federico Maria Sardelli, Michael Schneider, Steven Sloane, Andreas Spering, Nathalie Stutzmann, Constantin Trinks, Felice Venanzoni, Sebastian Weigle,Klänge der Heimat Sebastian Zierer und Jaap van Zweden.
Fruchtbare Kooperationen pflegte sie mit Regisseur*inen wie Andrea Bernard, Nina Brazier, Brigitte Fassbaender, Claus Guth, Ted Huffman, Barbora Horáková, Netia Jones, Dorothea Kirschbaum, Barrie Kosky, Tilmann Köhler, Harry Kupfer, Jim Lucassen, Hendrik Müller, Jenny Ogilvie, Cornelius Obonya, Carolin Pienkos, Hans Walter Richter, Victoria Stevens, Elisabeth Stöppler und Walter Sutcliffe.
Eine besondere musikalische Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Dirigenten René Jacobs und ihren Kammermusikpartnern, dem Frankfurter Ensemble théâtre sans rideau, dem Trio Vivente (Kristin von der Goltz, Anne Katharina Schreiber, Jutta Ernst), dem Eliot Quartett sowie den Pianisten Dmitry Ablogin, Hilko Dumno, Marcelo Amaral und Lars Jönsson.
Diskografie
Kaspers Debütalbum O wüßt ich doch den Weg zurück … enthält romantische Lieder über Kindheit und Märchenwelten und wurde zusammen mit Hilko Dumno auf dem historischen Steinway von Richard Wagner in Bayreuth aufgenommen. 2022 erschienen Aufnahmen mit Zyklen von Schostakowitsch und Weinberg mit dem Trio Vivente, Webers Freischütz mit dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs (ausgezeichnet mit dem Opus Klassik) sowie ihr zweites Liedalbum Ein süßes Deingedenken, mit Liedern von Fanny und Felix Mendelssohn, eingespielt mit Dmitry Ablogin auf einem historischen Hammerflügel von 1835.

Ausbildung und Auszeichnungen
Kasper studierte bei Raisa Kolesnik an der Prokofjew Musikakademie in Donetsk, Ukraine und anschließend in Nürnberg bei Edith Wiens und in Frankfurt bei Hedwig Fassbender, unterstützt durch ein DAAD-Stipendium. In Meisterkursen arbeitete sie u.a. mit Ileana Cotrubaș, Margreet Honig und Tobias Truniger.
2014 gewann die Sopranistin den renommierten Internationalen Mirjam-Helin Gesangswettbewerb in Helsinki. Dem gingen Preise bei dem International Vocal Competition IVC (Holland), dem Queen Sonja International Music Competition (Oslo) und dem Trude Eipperle-Rieger-Liedpreis voraus.
