©PetraHajska
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“Die ukrainisch-deutsche Sopranistin Kateryna Kasper […], die sich seit langem auf die Interpretation Alter Musik spezialisiert hat (obwohl sie auch anderes Repertoire singt), beeindruckte vom ersten Ton an mit außergewöhnlicher Souveränität; das Programm ließ ihr nicht einmal Raum für ein sogenanntes „Warm-up“. Ihre Stimme ist wunderschön rund und sahnig voll und für dieses Repertoire außerordentlich geeignet. Ehrlich gesagt habe ich lange keine Sopranistin gehört, deren Stimme so gut zur italienischen Barockoper passt. Sie zeichnet sich durch einen makellosen Übergang zwischen den Registern, festen Griff und magische Kraft aus. Jede Arie gestaltete sie etwas anders, um alle Schattierungen und Möglichkeiten ihrer Stimme zur Geltung zu bringen. Und es gab viel zu bewundern! Die bereits erwähnte berühmte Kleopatras Arie „Se pietà di me non senti“ […] sang sie äußerst gefühlvoll; die Trauer, die Händel beschreibt, schnitt sich durch sie hindurch direkt ins Herz aller Zuhörer, während sie in der Arie „Da tempeste il legno infranto“ die Begeisterung und Freude während der fast mörderischen Koloraturen einfing, die alle mit außergewöhnlicher Noblesse und technischer Sicherheit gesungen wurden. An ihrer Stimme – was sich auch nach der Pause bei den Werken von Antonio Vivaldi bestätigte – hat mich jedoch am meisten ihre samtige Geschmeidigkeit im besten Sinne des Wortes fasziniert. Der geneigte Leser wird mir vielleicht eine zu abstrakte Vergleich erlauben, doch ihre Stimme schien eine doppelte Portion Sahne und vielleicht auch ein Stück Butter zu enthalten. Sopranistinnen beneiden oft Mezzosopranistinnen um deren breitere klangliche und expressive Mittel, aber Frau Kasper muss an so einem Neid nicht leiden. Mit ihrer Darstellung der Händelschen Kleopatra verzauberte sie alle Konzertbesucher so sehr, dass man kaum glauben wollte, dass sie die Rolle zum ersten Mal sang. Für Vivaldis Arianna im zweiten Teil des Abends wählte sie ein ausdrucksstärkeres Gewand und einen dramatischeren Ausdruck, sang ihre Arie jedoch ebenso brillant.”

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